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Definitionen

Definition der deutschen Bundesregierung

Gender Mainstreaming

bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

Gender

kommt aus dem Englischen und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.

Mainstreaming

(englisch für „Hauptstrom“) bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.

Gender Mainstreaming ist damit ein Auftrag

zitiert nach http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html

 

Europäische Union

Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft
"Hierbei geht es darum, die Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken, sondern zur Verwirklichung der Gleichberechtigung ausdrücklich sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen einzuspannen, indem nämlich die etwaigen Auswirkungen auf die Situation der Frauen bzw. der Männer bereits in der Konzeptionsphase aktiv und erkennbar integriert werden ("gender perspective"). Dies setzt voraus, daß diese politischen Konzepte und Maßnahmen systematisch hinterfragt und die etwaigen Auswirkungen bei der Festlegung und Umsetzung berücksichtigt werden."

"Die Maßnahmen zur Gleichstellung erfordern ein ehrgeiziges Konzept, das von der Anerkennung der weiblichen und der männlichen Identität sowie der Bereitschaft zu einer ausgewogenen Teilung der Verantwortung zwischen Frauen und Männern ausgehen muß."

"Förderung der Gleichstellung ist nämlich nicht einfach der Versuch, statistische Parität zu erreichen : Da es darum geht, eine dauerhafte Weiterentwicklung der Elternrollen, der Familienstrukturen, der institutionellen Praxis, der Formen der Arbeitsorganisation und der Zeiteinteilung usw. zu fördern, betrifft die Chancengleichheit nicht allein der Frauen, die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihre Selbständigkeit, sondern auch die Männer und die Gesellschaft insgesamt, für die sie ein Fortschrittsfaktor und ein Unterpfand für Demokratie und Pluralismus sein kann."

"Die Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen, den Situationen und Bedürfnissen von Frauen und Männern systematisch auf allen Politik- und Aktionsfeldern der Gemeinschaft zu berücksichtigen, das ist die Ausrichtung des 'Mainstreaming' -Grundsatzes, den die Kommission verfolgt. Es geht dabei nicht nur darum, den Frauen den Zugang zu den Programmen und Finanzmitteln der Gemeinschaft zu eröffnen, sondern auch und vor allem darum, das rechtliche Instrumentarium, die Finanzmittel und die Analyse- und Moderationskapazitäten der Gemeinschaft zu mobilisieren, um auf allen Gebieten dem Bedürfnis nach Entwicklung ausgewogener Beziehungen zwischen Frauen und Männern Eingang zu verschaffen."

Auszug aus der Kommissionsmitteilung zur "Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft" (COM(96)67 endg.): http://europa.eu.int/comm/employment_social/equ_opp/gms_de.htm

 

Definition der österreichischen Regierung

Gender Mainstreaming heißt, grundsatzpolitische Prozesse so (um) zu gestalten, zu verbessern, zu entwickeln und zu evaluieren, dass die Gleichstellungsperspektive von den politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen in sämtliche politische Bereiche auf allen Ebenen und in allen Stadien eingebracht wird.

Der Europarat einigte sich auf folgende Definition für Gender Mainstreaming:
Gender Mainstreaming in die (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung grundsatzpolitischer Prozesse, mit dem Ziel eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle normalerweise an politischen Entscheidungsprozessen beteiligten Akteure und Akteurinnen einzubringen.

Gender Mainstreaming heißt, dass Gleichbehandlung ein vollwertiger Teil der Grundsatzpolitik wird. Es bedeutet eine weiter gefasste Definition des Begriffs Gleichbehandlung, die Unterschied und Vielfalt als Werte beinhaltet. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit hervorgehoben, politische Prozesse (um)zu gestalten, zu verbessern, zu entwickeln und zu evaluieren und es so zu ermöglichen, die 'Männerorientiertheit' unserer Gesellschaft sowie die strukturellen Merkmale der Ungleichheit in Frage zu stellen.

zitiert nach "Gender Mainstreaming. Begriffschema, Methodologie und Darstellung nachahmenswerter Praktiken" http://www.bmsg.gv.at/bmsg/relaunch/frauen/downloads/gender.pdf (Zugriff im Mai 2004)

 

Gender = "soziales Geschlecht"

Das Englische unterscheidet sprachlich zwischen "sex", dem biologischen Geschlecht, und "gender", dem sozialen Geschlecht. Mit Gender sind die gesellschaftlichen Geschlechterrollen gemeint, die Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollen. Die Geschlechterrollen können sich im Lauf der Zeit ändern und sind innerhalb und zwischen den Kulturen unterschiedlich.

Mainstreaming = "in den Hauptstrom bringen"

Mainstreaming heißt, dass ein bestimmtes Denken und Handeln in den "Mainsteam" - in Politik und Verwaltung, Programme und Maßnahmen - übernommen und zu einem selbstverständlichen Handlungsmuster wird. Dass ein Sonderthema zu einem Hauptthema wird. Mainstreaming heißt, den "Mainstream" zu durchdringen und zu verändern.

"Gender Mainstreaming" heißt, soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und bei allen Planungs- und Entscheidungsschritten immer bewusst wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Alle Vorhaben werden so gestaltet, dass sie auch einen Beitrag zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern leisten.

Bei allen Planungs- und Entscheidungsschritten werden die Fragen gestellt:

Mit dem Begriff Gender weren beide Geschlechter in den Blickpunkt gerückt - Gleichstellung ist nicht nur ein "Frauenproblem", sondern geht Frauen und Männer gleichermaßen an. Das heißt allerdings nicht, dass Gender Mainstreaming ein Ersatz für Frauenförderung ist, sondern eine Ergänzung.

Und mit dem Begriff Mainstreaming wird deutlich, dass Gleichstellung von Frauen und Männern kein "Sonderthema", sondern ein Hauptthema in allen Bereichen sein soll. Das bedeutet auch, dass alle in ihren jeweiligen Arbeits- und Verantwortungsbereichen für die Umsetzung von Gender Mainstreaming zuständig sind.

zitiert nach http://www.gem.or.at/de/index.htm

 

Definition des United Nations Economic and Social Council (ECOSOC)

"Mainstreaming a gender perspective is the process of assessing the implications for women and men of any planned action, including legislation, policies or programmes, in any area and at all levels. It is a strategy for making the concerns and experiences of women as well as of men an integral part of the design, implementation, monitoring and evaluation of policies and programmes in all political, economic and societal spheres, so that women and men benefit equally, and inequality is not perpetuated. The ultimate goal of mainstreaming is to achieve gender equality."

zitiert nach http://www.ilo.org/public/english/bureau/gender/newsite2002/about/defin.htm